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Werkstattmitarbeiter als mehrfacher Ironman

Türchen öffnen im Advent: Unsere Mitarbeiter zeigen, was sie in ihrer Freizeit so anstellen. Heute: Sepp Mittermeier als Ironman!

Auf den ersten Blick wirkt er zurückhaltend. Er ist schlank und schlaksig, aber nicht überaus trainiert. Ein sympathischer, in sich gekehrter Werkstattmitarbeiter, den man der Spezies „Genussradler“ zuordnen würde. Komplett falsch! Denn unser Sepp ist zäh, bestens trainiert und ganz und gar kein Genussradler. Wenn er im Sattel sitzt, gibt er alles. Er will schwitzen, die Beine müssen zittern, das soll Herz rasen. Sepp ist mehrfacher Ironman!

Auf dem Rad war er schon immer eine Bestie. Zum Triathlon kam er dann eher zufällig. 1995 wollten Freunde einen kleinen Triathlon bestreiten und überredeten ihn mitzumachen. „Radfahren und Schwimmen konnte ich damals schon ganz gut. Meine Kumpels sagten dann, das Laufen würden sie mir auch noch lernen“, erinnert er sich und schmunzelt. Und so ging er 1995 beim Jedermann-Triathlon in Triftern an den Start. 500 m schwimmen, 20 km Rad fahren, 5 km laufen – Sepp meisterte die Aufgaben mit Bravur.

Nun hatte er Blut geleckt und wollte weitermachen. Er nahm an mehreren kleinen Veranstaltungen teil, wechselte schließlich den Sportverein und lernte so völlig neue Kreise kennen. Auf einmal trainierte er mit richtigen Freaks, die bei Langdistanzen starteten. Und so folgte 1997 Sepps erster Marathon. Es lief gut und jetzt wollte Sepp es wirklich wissen. Nur ein Jahr später meldete er sich bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft in Kulmbach an:

3,8 km schwimmen,

180 km Rad fahren,

42,2 km laufen

Nach 12 Stunden und 16 Minuten lief Sepp durchs Ziel. „Ich war total ausgelaugt und erschöpft, aber überglücklich. Dieses Gefühl kann man sich gar nicht vorstellen“, erzählt er. Der Bann war gebrochen. Die nächsten Jahre kannte der Sportler kein Halten mehr. Nizza, Kanada, Florida, Mexico, Wales,  Mallorca… Sepp finishte den Ironman in beinahe aller Herren Länder. Er trainierte immer härter und wurde auch immer besser.

Sein Ziel, sich für den Ironman Hawaii zu qualifizieren, schien zum Greifen nahe. Doch dann hatte das Schicksal andere Pläne. Aus familiären Gründen musste Sepp sein Training drastisch reduzieren, Zeit für Reisen hat er nicht mehr. Heute nimmt er nur noch selten an Rennen teil und dann auch nur an kleinen Veranstaltungen in der Region. Ums Gewinnen geht es dabei nicht. Erst im letzten Jahr hat er eine gute Platzierung aufgegeben, um einem Kollegen zu helfen. Dieser blieb mit einer Panne liegen, Sepp als erfahrener Mechaniker wusste natürlich sofort, wie er den Schaden beheben konnte. Er stieg vom Rad, reparierte das Bike seines Kollegen und dann radelten die beiden gemeinsam weiter.

Er ist eben ein herzensguter Mensch, dem Nächstenliebe mehr wert ist als seine eigenen Ziele. Aber irgendwann – da sind wir uns im Würdinger-Team absolut sicher – startet unser Sepp beim Ironman in Hawaii. Sepp, wir wünschen es dir von ganzem Herzen. Du hast es dir verdient!